Jens Weidmann

Jens Weidmann (20. April 1968 in Solingen) war von 2011 bis 2021 Präsident der Deutschen Bundesbank und damit der jüngste Amtsinhaber in dieser Position. Der promovierte Volkswirt, der in Bonn bei Manfred J. M. Neumann studierte, arbeitete zuvor beim IWF und als Leiter der Wirtschaftsabteilung im Kanzleramt unter Angela Merkel, bevor er 2011 die Nachfolge von Axel Weber antrat. Als Mitglied des EZB-Rates wurde er zum prominentesten Kritiker der lockeren Geldpolitik: Im September 2012 stimmte er als Einziger gegen den Beschluss der EZB, unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen, und warnte wiederholt vor den wachsenden Risiken im Target2-System. Zudem lehnte er Hilfen für Italien ohne Auflagen ab und kritisierte die Aufstockung des Rettungsschirms EFSF. Von 2015 bis 2022* stand er dem Verwaltungsrat der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel vor und gilt als entschiedener Verfechter von Stabilität und Inflationsbekämpfung.