Giftschlange
Giftschlangen setzen ihr Gift sowohl zur Jagd als auch zur Verteidigung ein – weltweit gelten rund 700 der etwa 3900 bekannten Schlangenarten als giftig, darunter die gesamten Familien der Giftnattern (Elapidae), Vipern (Viperidae) und Erdvipern. Ihr Gift wird durch vorne oder hinten im Kiefer sitzende Giftzähne injiziert und wirkt entweder neurotoxisch (lähmend) oder hämotoxisch (schädigend für Blut und Gewebe), wobei die Gabunviper sogar beides kombiniert. Speikobras verteidigen sich, indem sie Gift gezielt auf das Gesicht des Angreifers spritzen, was unbehandelt zu starken Schmerzen und sogar Blindheit führen kann. Jährlich werden etwa 5 Millionen Menschen gebissen, was zu 21.000 bis 100.000 Todesfällen führt, besonders in den Tropen Afrikas, Asiens und Australiens; wirksame Gegengifte haben die Sterblichkeit jedoch deutlich gesenkt. Das Schlangengift wird in der Medizin zur Herstellung von Antikörpern und zur Bekämpfung von Viren eingesetzt, während die private Haltung streng reguliert ist – in Nordrhein-Westfalen etwa schreibt das Gifttiergesetz seit dem 1. Januar 2021 eine Genehmigungspflicht für diese Tiere vor.
Source: Giftschlange — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German