Schlüchterner Tunnel

Der Schlüchterner Tunnel (auch Distilrasen-Tunnel) ist ein 3.575 m langer Eisenbahntunnel der Kinzigtalbahn zwischen Flieden und Schlüchtern und wurde im Mai 1914 als zweitlängster Tunnel im Altnetz der Deutschen Bahn eröffnet. Er durchquert den Distilrasen im Landrücken, über den die Rhein-Weser-Wasserscheide verläuft, und ersetzte eine betrieblich schwierige Spitzkehre am Bahnhof Elm aus dem Jahr 1868. Ab 1909 trieben rund 800 Arbeiter den Tunnel mit Dynamit und Schildvortrieb voran – die Fertigstellung erfolgte am 14. Februar 1914 bei Baukosten von 9,5 Millionen Mark. Da das Gewölbe über Jahrzehnte porös wurde und eindringendes Wasser Eiszapfen bildete, musste es von Oktober 1960 bis September 1961 abgedichtet werden, um die Elektrifizierung zu ermöglichen. Mit über 260 Zügen täglich zählte das Bauwerk um 2007 zu den meistbefahrenen Eisenbahntunneln Deutschlands; seit dem 25. April 2011 existiert ein zweiter Tunnelröhre, sodass heute beide Röhren eingleisig befahren werden (160 km/h). Nur wenige Kilometer entfernt liegt der mit 10.779 Metern längste Tunnel Deutschlands, der Landrückentunnel der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg.