Gletscher

Ein Gletscher ist eine aus verdichtetem Schnee entstandene Eismasse, die sich durch die Schwerkraft hangabwärts bewegt und je nach Region auch als Ferner (Tirol), Kees (Österreich) oder Firn (Schweiz) bezeichnet wird. Diese gewaltigen Eiskörper speichern etwa 68,7 % des weltweiten Süßwassers und sind nach den Ozeanen die größten Wasserspeicher der Erde – sie beeinflussen damit maßgeblich das Weltklima und versorgen viele große Flusssysteme. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ziehen sie sich nahezu weltweit deutlich zurück, ein Prozess, der als Gletscherschwund bekannt ist und auf den Klimawandel zurückgeht. Damit eine Eismasse offiziell als Gletscher gilt, muss sie laut USGS mindestens 30,48 Meter dick und 0,1 km² groß sein; zudem braucht sie eine dauerhaft tiefe Temperatur oberhalb der Schneegrenze, wo mehr Schnee fällt als schmilzt. In der Eiszeit (Pleistozän) waren sie die wichtigsten Landschaftsformer und schufen gewaltige Trogtäler in den Alpen und im Alpenvorland, die bis heute prägen. Der Begriff selbst stammt aus dem Schweizerdeutschen und leitet sich vom lateinischen glaciēs (Eis) ab.