Klettern

Klettern ist die Fortbewegung in der Vertikalen entlang von Felswänden, bei der man sich mithilfe von Seilen, Karabinern und Haken (bzw. Bohrhaken) sichert – ursprünglich nur an natürlichen Felsen, seit Anfang der 1990er-Jahre auch in Kletterhallen. Die Geschichte reicht weit zurück, so belegen Tonscherben, dass der Rabenfels in der Fränkischen Schweiz bereits zwischen 800 und 400 v. Chr. bestiegen wurde, und im Mittelalter nutzten Menschen exponierte Felsen als Spähwarten. Als Geburtsstunde des sportlichen Kletterns gilt die Besteigung des Falkensteins in der Sächsischen Schweiz im Jahr 1864, woraufhin sich das Freiklettern entwickelte und Paul Preuß im Jahr 1911 seine bis heute gültigen Kletterregeln formulierte. Ab 1874 förderte der Club Alpin Francais in Fontainebleau das Bouldern, wobei bahnbrechende Erfindungen wie der moderne Kletterschuh und das Nylonseil entstanden und Athleten wie John Gill und Wolfgang Fietz diesen Stil weltweit verbreiteten. In den 1920er-Jahren dominierte das technische Klettern, das nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Bohrhaken fast jede Wand bezwang, aber Mitte der 1970er als "Mord am Unmöglichen" kritisiert und zunehmend durch die Rückbesinnung auf das Freiklettern ersetzt wurde.