Abitur
Das Abitur (von lateinisch abiturus, „der weggehen wird“) ist der höchste Schulabschluss in Deutschland und bescheinigt die allgemeine Hochschulreife, mit der man sich an allen Hochschulen in Europa bewerben kann. Daneben gibt es eingeschränktere Formen: Das fachgebundene Abitur erlaubt nur bestimmte Studiengänge, während die Fachhochschulreife (umgangssprachlich „Fachabi“) auf ein Studium an Hochschulen für angewandte Wissenschaften begrenzt ist. Die Geschichte des Abiturs begann Ende des 18. Jahrhunderts, als der moderne Staat den Zugang zu Universität und Staatsdienst stärker regulieren wollte – als erstes regelte Preußen mit dem „Reglement“ vom 23. Dezember 1788 die Abgangsprüfung, zunächst nur für Stipendien, später für die Immatrikulation. Maßgeblich geprägt wurde das Konzept durch die neuhumanistische Bildungsreform von Wilhelm von Humboldt, dessen Edikt von 1812 mit sechs schriftlichen Arbeiten (u.a. Griechisch) die Anforderungen deutlich verschärfte. In der Folge übernahmen auch andere deutsche Staaten wie Bayern (1809) oder Baden (1823) solche Prüfungsordnungen, wodurch das Abitur im 19. Jahrhundert zum Inbegriff bürgerlicher Bildung wurde. Erst durch die Bildungsexpansion der letzten Jahrzehnte hat sich das einstige Elite-Zeugnis in ein Massenphänomen verwandelt, das heute vielen jungen Menschen offensteht.
Source: Abitur — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German