Lockerbie-Anschlag

Der Lockerbie-Anschlag am 21. Dezember 1988 zerstörte eine Boeing 747-121 der Pan American World Airways auf dem Flug 103 in einer Höhe von über 9.000 Metern über dem schottischen Dorf Lockerbie. Bei der Explosion von 340 bis 450 Gramm Plastiksprengstoff kamen alle 259 Insassen sowie 11 Bewohner am Boden ums Leben, darunter 190 US-Amerikaner – bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 der verlustreichste Angriff auf US-Zivilisten. Ein schottisches Gericht verurteilte den libyschen Geheimdienstoffizier Abdel Basset al-Megrahi 2001 zu lebenslanger Haft, doch Libyen gab nie eine Beteiligung zu und zahlte nur 2,46 Milliarden Dollar an Entschädigung – ein 2011 abgetretener Justizminister belastete allerdings Muammar al-Gaddafi als Drahtzieher. Noch Jahre später sorgten neue Wendungen für Schlagzeilen: 2019 befragten schottische Behörden ehemalige DDR-Spione, und 2022 nahmen die USA Abu Agila Mas'ud, den mutmaßlichen Bombenbauer, fest. Zudem war die Tragödie, dass die Sicherheitswarnung vom 5. Dezember 1988 (die sogenannte Helsinki-Warnung) erst einen Tag nach der Anströmung in der Luft in Frankfurt unter Papierlagen entdeckt wurde – ein fatales Versagen, das die Ausmaß der Katastrophe verdeutlichte.