Priester

Priester sind ausgebildete und offiziell eingesetzte religiöse Spezialisten, die den Kultus verwalten und die Tradition bewahren – anders als Charismatiker wie Schamanen oder Propheten erhalten sie eine geregelte Ausbildung und eine Einsetzung in ihr Amt. Der Begriff stammt vom griechischen presbýteros („Älterer“) ab und gelangte über das Lateinische im frühen 8. Jahrhundert ins Deutsche. Aus religionswissenschaftlicher Sicht ist die Übertragung dieses christlich geprägten Konzepts auf andere Kulturen jedoch problematisch, weshalb neutraler von „religiösen Spezialisten“ gesprochen werden sollte. Typische Merkmale sind bestimmte Zugangsvoraussetzungen, eine traditionelle Ausbildung, eine Initiationszeremonie sowie besondere Lebensregeln wie Kleidervorschriften oder Zölibat, die die „Heiligkeit kraft des Amtes“ nach außen zeigen. Ihre vielfältigen Aufgaben reichen vom Opferkult über die Segensspendung bis zur Mittlerfunktion zwischen der transzendenten und der Alltagswelt, wodurch sie maßgeblich zur Stabilisierung der Gesellschaft beitragen.