Anton Kuh

Anton Kuh (1890–1941) war ein österreichischer Journalist, Essayist und Redner aus einer deutsch-jüdischen Prager Familie, der für seine scharfsinnigen Satiren und Stegreifreden bekannt war. Als überzeugter Pazifist und Demokrat erkannte er früh die Bedeutung Franz Kafkas und warnte bereits in den 1920er Jahren prophetisch vor dem aufkommenden Rechtsextremismus. Seine berühmteste Rede, Der Affe Zarathustras (1925), war eine Polemik gegen Karl Kraus, in der er dessen Eitelkeit und das apolitische „Krausianertum“ attackierte. Wegen seiner jüdischen Herkunft und als „Kulturbolschewik“ geschmäht, musste er 1933 Deutschland verlassen und nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 in die USA emigrieren, wo er 1941 in New York an einem Herzanfall starb. Nachdem sein Werk in den 1960er Jahren neu entdeckt wurde, erschien 2016 eine siebenbändige Werkausgabe und 2018 eine umfangreiche Biografie; 2002 wurde in Wien der Anton-Kuh-Weg nach ihm benannt.