Carmen

Carmen ist eine Oper in vier Akten des Komponisten Georges Bizet, deren Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der Novelle von Prosper Mérimée geschrieben wurde. Obwohl formal eine Opéra-comique, war sie ein revolutionärer Bruch mit dieser Gattung und gilt durch ihre realistische Milieuschildzung und tragische Dramatik als Vorläufer des Verismo. Die Uraufführung am 3. März 1875 in der Opéra-Comique wurde zunächst abgelehnt, doch Bizet, der am 3. Juni 1875 an einem Herzinfarkt starb, erlebte den späteren Welterfolg nicht mehr. Die Handlung beginnt in Sevilla, wo die Zigeunerin Carmen dem Soldaten Don José eine Akazienblüte zuwirft und ihn verführt, wobei sie ihn nach einem blutigen Fabrikstreit zur Flucht überredet. Im weiteren Verlauf stürzt sich José in das Schmugglerleben, begegnet dem Stierkämpfer Escamillo und gerät in einen tragischen Konflikt aus Eifersucht und Pflicht, der schließlich zur schicksalhaften Katastrophe führt. Heute zählt Carmen unangefochten zu den beliebtesten und meistaufgeführten Werken des gesamten internationalen Opernrepertoires.