Wirtschaft Russlands

Die russische Wirtschaft hat sich nach dem Ende der Sowjetunion von einer Planwirtschaft zu einer marktorientierten Volkswirtschaft gewandelt und ist 2024 nach Kaufkraftparität mit knapp 7 Billionen US-Dollar die viertgrößte der Welt. Sie ist reich an natürlichen Ressourcen wie Öl und Gas, belegt jedoch im Global Competitiveness Index (2019: Platz 43) und im Index der wirtschaftlichen Freiheit (2017: Platz 114) nur mittlere Ränge. Nach der Auflösung der Sowjetunion schrumpfte das BIP von 1990 bis 1996 um etwa 40 Prozent, und die Ölpreiskrise 1998 führte zu einem Staatsbankrott und zur Rubel-Abwertung. Die Erholung gelang schneller als erwartet, begünstigt durch verbilligte Inlandsproduktion und steigende Ölpreise, wobei die Steuerreformen von Präsident Putin ab 1999 ein jährliches Wachstum von 5 bis 10 Prozent ermöglichten, sodass 2007 der Produktionsstand von 1989 wieder erreicht wurde. Der Ölpreisanstieg von 2004 bis 2008 (von ca. 35 auf 94 US-Dollar pro Barrel) brachte zwar Rekordüberschüsse und hohe Währungsreserven, führte aber auch zu einer Lockerung der Haushaltspolitik und „Wahlgeschenken“ vor den Wahlen. Seit dem Sommer 2008 schwächte sich das Wachstum jedoch infolge der internationalen Finanzkrise und des Einbruchs der Rohstoffnachfrage deutlich ab.