Stuttgart 21
Stuttgart 21 ist ein großes Verkehrs- und Städtebauprojekt, das den Bahnknoten Stuttgart grundlegend neuordnet: Der bisherige oberirdische Kopfbahnhof wird durch einen unterirdischen, achtgleisigen Durchgangsbahnhof sowie 57 Kilometer neue Strecken und vier neue Stationen ersetzt. Das 1994 erstmals vorgestellte Vorhaben, dessen Bau im Februar 2010 begann, ist zusammen mit der Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm Teil des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm. Die Kosten stiegen massiv von ursprünglich 2,6 Milliarden Euro auf aktuell 14,5 Milliarden Euro (Stand Juni 2026), und die geplante Inbetriebnahme verschob sich von Dezember 2019 auf den Zeitraum 2030 bis 2032. Das Projekt ist äußerst umstritten: Ein rechtswidriger Polizeieinsatz am 30. September 2010 mit Verletzten führte zur Schlichtung, und eine Volksabstimmung 2011 verhinderte den Ausstieg des Landes, während Kritiker weiterhin den Teil-Erhalt des Kopfbahnhofs fordern – der Protest zählt mit über 800 Kundgebungen zu den längsten Deutschlands. Technisch entstehen neun Tunnel mit über 55 Kilometern Röhrenlänge, um Anbindungen nach Feuerbach, Bad Cannstatt und zur Filderebene zu schaffen, während die rund 100 Hektar freiwerdenden Gleisflächen für die Stadtentwicklung genutzt werden.
Source: Stuttgart 21 — Wikipedia · Summary by RollWiki AI · Language: German