Sprengstoff

Ein Sprengstoff ist eine chemische Verbindung oder Mischung, die bei einer Detonation extrem schnell reagiert und dabei eine Druckwelle freisetzt – die Reaktionsgeschwindigkeit übersteigt dabei die innerstoffliche Schallgeschwindigkeit. Diese Stoffe basieren meist auf energiereichen organischen Verbindungen mit Nitrogruppen, die bei der Explosion stabile Gase wie Kohlendioxid und Stickstoff bilden, wobei die entstehende Hitze von mehreren tausend Grad Celsius den Gasdruck und damit die Sprengwirkung drastisch verstärkt. Um die Leistung zu optimieren oder Kosten zu senken, werden oft Sauerstoffträger sowie Metalle wie Aluminium und Zink zugesetzt, und zur Zündung dienen elektrische, nicht-elektrische oder elektronische Sprengzünder. Der erste bekannte Explosivstoff war Schwarzpulver aus Salpeter, Schwefel und Holzkohle, dessen Rezepte bereits im „Liber Ignium“ von Marcus Graecus aus dem 11. Jahrhundert überliefert sind. Ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts fand es breite Anwendung in Feuerwaffen, während man in Deutschland gegen Ende des Zweiten Weltkriegs mangels Hochleistungssprengstoffen zunehmend auf Salpeter und andere Ersatzstoffe wie alkalichloridhaltige Wettersprengstoffe zurückgriff.